Ein Tag in Grimheven

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Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Di Jun 24, 2014 12:32 pm

Zeit: Letzte Sommerferien (Nachmittags)
Ort: Grimheven (von Tatzel-Residenz)

Jurgen wusste gut, dass sein Bruder an diesem Nachmittag vermutlich nicht gestört werden wollte. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, die Tür des Zimmers mit Karacho aufzuschwingen, als wäre es sein Eigenes. Sein blasses Gesicht war voll mit kleinen Kratzern und wulstigen Stichen, wie man schnell erkennen konnte. Er hatte wohl einen gepfefferten Stichlings-Fluch abbekommen. Die Augen des jungen Zauberers waren gerötet, doch er grinste seinen Zwillingsbruder tapfer an. "...Was ein Junge nicht Alles durchmachen muss, wenn es ihn nach einer mahnenden, kaltblütigen Schönheit dürstet." Ein anderer Ausdruck für Hilfe, Ich brauche einen Gegenzauber!

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Di Jun 24, 2014 5:26 pm

Erald zuckte zusammen und verschüttete fast ein halbes Glas Tinte über ein Buch über aztekische Schwarzmagier. „Spinnst du, Jurgen?“ entfuhr ihm und er sprang von seinem Stuhl. Schnell zückte er seinen Zauberstab und hatte schon halb den Gegenzauber gesprochen, die Tinte wieder einzusammeln, als er seinen Bruder anblickte. Erald riss verwundert die Augen auf.

„Was…?“ Mit einem Satz sprang er zu Jurgen und packte ihn am Hemdkragen, um ihn ruhig zu halten. „Du Idiot! Was hast du wieder angestellt!“ Schnell sprach er einen Abschwellzauber, doch wusste er, brauchte es Stärkeres.

Er bugsierte Jurgen auf sein eigenes Bett, hielt ihm den Kopf vornüber zwischen dessen Beine und sprach einen Reinigungszauber mit ganz viel rosafarbenen Schaum. „Du kannst es einfach nicht lassen!“ schimpfte er weiterhin, während er das Jurgens Gesicht wusch und der rosafarbene Schaum zu Boden schwebte. „Du weißt, dass du Astrid Quellsaum in Ruhe lassen sollst! Ich sollte dich einfach aus dem Fenster werfen!“
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Erald von Tatzel

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Mo Jun 30, 2014 3:29 pm

Jurgen war innerlich ziemlich erleichtert darüber, dass er seinen Bruder nicht direkt um Hilfe bitten musste. Das hätte er mit sich und seinem Stolz nicht vereinbaren können, das war ganz klar. Sofort versuchte Erald sein Glück an einem Abschwellzauber, der nur gegen die ekligen Nesselstiche half. Jurgen atmete etwas unruhig, als er den anschließenden Reinigungszauber über sich ergehen lassen musste. Trotzdem fand seine heisere Stimme einen Weg in Eralds Gehör. "Ach, du kennst Astrid doch. Das meint die nicht so." lautete Jurgens Antwort. Wenn er gekonnt hätte, hätte er wohl noch eine wegwerfende Bewegung mit dem Arm gemacht, doch er war zu beschäftigt damit, bewegungslos da zu sitzen und den Zauber wirken zu lassen, so wie die Schimpfe seines Bruders anzuhören.

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Mo Jun 30, 2014 4:29 pm

„Und wie sie das so meint!“ fauchte Erald und ließ den Reinigungszauber enden. Akribisch untersuchte er Jurgens Gesicht. „Du würdest dich sogar noch an sie wagen, wenn sie ein fleischfressender Werwolf wäre! Und ehrlich gesagt, bin ich mir da manchmal selbst nicht so sicher!“

Er wirkte noch einen Anti-Pustel-Zauber, doch vollkommene Linderung war noch immer nicht erreicht. Vor allem verkniff er sich einen schmerzlindernden Zauber; da musste Jurgen jetzt mal durch!

„Wie hast du es denn angestellt, sie zu reizen? Hast du ihr einen Guten Morgen gewünscht?“ Erald musste grinsen, doch es sah etwas nervös aus. Dass man Astrid mit einem netten Gruß auf die Palme bringen konnte, erschien ihm durchaus realistisch.
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Erald von Tatzel

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Mi Jul 02, 2014 10:06 am

"Was hätte Ich denn machen sollen?" kam es etwas verzweifelt von ihm, während sein Bruder noch an seinem Gesicht werkelte. "An scheue Nymphen wie Astrid muss man eben etwas forsch ran... Aber vielleicht war mein Kommentar über ihren ’hintern Teil’ eine Nummer zu viel..." Es juckte und brannte noch etwas. Doch der junge Zauberer fühlte sich schon etwas besser, so, dass er sich vom Bett erhob und zum nächsten Spiegel trat. Leicht runzelte er die Stirn und sah auf sein eigenes Gesicht, auf dem immer noch ein paar Prusteln verzeichnet waren. "Meinste, das geht noch weg?"

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Mi Jul 02, 2014 11:14 am

Erald setzte sich selbst auf sein Bett, als Jurgen sich erhob und zum Spiegel ging. Er schüttelte den Kopf und überlegte, welche weiteren Zauber er noch anwenden könnte. Scheue Nymphe, ja klar! Wilde Furie würde es eher treffen!

„Ich bin ja nicht so der Experte,“ er machte eine theatralische Handbewegung und deutete auf Jurgen; beide wussten, Jurgen kannte sich mit dem weiblichen Geschlecht nun mal viel besser aus. „Aber ich glaube, Mädchen finden es nicht toll, wenn man behauptet, sie hätten einen dicken Hintern.“

Doch Jurgen war nur wieder um sein Äußeres besorgt. Erald rollte mit den Augen. „Für Astrid und die ganze Welt hoffe ich, dass es nicht wieder weg geht. Und schließlich auch für mich!“ Aber er erhob sich und lief herüber, packte Jurgen an der Schulter und drehte ihn zu sich. „Halt mal still.“

Ein Zauber war ihm noch eingefallen. Sicher, die Heilerin des Dorfes – und sogar ihre Mutter – hätten es wesentlich besser hinbekommen. Aber… dann würde auch jeder etwas von diesem Zwischenfall mitbekommen.

„Ist es relevant, wo du sie getroffen hast?“ fragte er beabsichtigt nebensächlich.
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Erald von Tatzel

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Sa Aug 02, 2014 4:58 pm

Jurgen grinste seinen Bruder an. "Ach, so ein paar kleine Prusteln werden mich nie..." Plötzlich schwang die Türe von Eralds Zimmer erneut auf. Im Türrahmen stand diesmal Niemand Geringeres als Dehlia von Tatzel persönlich... Die Mutter. Jurgen schnappte kurz nach Luft und musterte sie erschrocken. Sie sah ein wenig abgehetzt aus; Ihr Umhang saß noch nicht richtig und ihre schwarzen Haare waren noch nass. Sie sagte: "Jungs. Könntet ihr...-"  Ihr Blick blieb an dem Gesicht des älteren Zwillings haften. Sie hob ihre Augenbraue. "Jurgen, was in Merlins Namen ist mit deinem Gesicht passiert...?"

Jurgen blinzelte aufgeregt, sah hastig zu seinem Bruder, dann wieder zu seiner Mutter und schoss: "Ähm... Erald wars!" Er rang sich ein steifes Grinsen ab. Dehlia sah die Beiden an. Sie schien nicht wirklich überzeugt zu sein, so, wie sie ihre Augen leicht zusammen kniff und ihr Blick mit jedem Wort skeptischer wurde. Aber sie ließ schließlich die Schultern hängen und seufzte.

"Schön. Wie auch Immer."  sprach sie und fuhr ohne Umschweife fort: "Ihr wisst ja, das die Vorbereitungen für das Sommerfest laufen. Der Essensstand mit den frittierten Molchaugen und den Brennessel-Sahne-Fritten sollte heute noch fertig gemacht werden. Aber Albert, der sich für den Aufbau gemeldet hat, ist... Na ja, er hat zu viel Quellsaum-Schnaps getrunken und kann kaum noch seinen Zauberstab halten." erklärte sie, nicht, ohne ihre Augen zu verdrehen. "Ich würde es ja selbst machen, aber euer Vater und Ich gehen heute auf einen Eulen-Wettbewerb. Er will unbedingt einen Abdruck der Gewinner-Eule...“ Sie hob ihren Zauberstab und richtete ihn fast schon beiläufig auf das Gesicht von Jurgen, das nach einem fremdartigen Wort von dem Ausschlag befreit war. „...Deswegen wäre es überaus freundlich von euch, wenn  ihr euch darum kümmern würdet. Schafft ihr das?“ fragte sie die Beiden, obwohl sie während der Frage nur Jurgen ansah...

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Sa Aug 02, 2014 5:25 pm

Und plötzlich trat ihre Mutter ins Zimmer! Erald erstarrte kurz und sein Atem stockte. Doch Jurgen erholte sich als Erster von seinem Schock.

>>"Ähm... Erald wars!"<<

Erald giftete Jurgen für einen winzigen Moment an, ehe er wieder zu seiner Mutter blickte. Der konnte was erleben, sobald sie allein waren! Doch sie schien kein Wort zu glauben und fuhr fort, ihnen irgendeinen Auftrag zu erteilen. Ja, klar, warum sollte Erald auch Zeit für seine Studien haben? So mitten in den Ferien?

>>“Schafft ihr das?“<<

Erald wechselte einen kurzen Blick mit Jurgen, ehe er seiner Mutter ein aufmunterndes Lächeln schenkte. „Klar. Viel Spaß dir und Papa.“
Noch ein skeptischer Blick und sie war weg.

Erald atmete einmal tief ein, als sich die Tür schloss. Dann drehte er sich zu Jurgen und reckte das Kinn vor „Ich war´s, was?“
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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Sa Aug 02, 2014 5:37 pm

Jurgens Dauer-Grinsen schien wie eingefroren zu sein, und er nickte nur ruhig auf die Frage seiner Mutter. Dann drehte sie sich auch schon um und verließ das Zimmer. Sofort ließ der junge Tatzel seine Schultern hängen und schien erleichtert auszuatmen. Er sah seinen Bruder an, der ihn auch schon anmoserte. "Mir fiel in dem Moment nichts Anderes ein." lautete seine Antwort, während er unbekümmert seine Schultern hob. "Los, gehen wir. Dein Langweiler-Buch kannst du ja mitnehmen. Aber wehe, du lässt mich Alles alleine machen." sagte Jurgen und grinste.

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Sa Aug 02, 2014 5:45 pm

„Dir fällt nie etwas anders ein!“ blaffte Erald erneut und boxte Jurgen einmal gegen die Schulter, ehe er seinem Schreibtisch einen wehmütigen Blick zuwarf. „Los, lass uns gehen. Je schneller wir fertig sind, desto schneller bin ich dich wieder los!“

Er schob Jurgen aus seinem Zimmer und folgte, sorgsam darauf bedacht, die Zimmertür erneut zu schließen. Das würde ein fantastsicher Nachmittag werden! So… Jurgen-haft!

„Sollte ich wissen, was dir vorhin passiert ist? Ich meine, wir könnten Astrid Quellsaum ja begegnen….“ Sie polterten zu zweit die Treppe hinunter.
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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Sa Aug 02, 2014 6:17 pm

//Los, lass uns gehen. Je schneller wir fertig sind, desto schneller bin ich dich wieder los!//

"Geht mir ähnlich!" sagte er und lachte, während er Erald nicht gerade unkräftig auf die Schulter klopfte. Heiter verließ Jurgen den Raum und lief mit Erald die Treppen herunter.

"Ach... Das ist so... Mädchen-und-Jungen-Kram. Das verstehst du noch nicht..." wies er die Frage ab und beschleunigte seine Schritte, um als Erster an der Haustür zu sein. In wenigen Minuten, nachdem sie das von Tatzel-Grundstück verlassen hatten, waren sie bereits auf der Hauptstraße von Grimheven... Nun, wenn man den Schotterweg vor dem Anwesen der Tatzels als Straße bezeichnen wollte... Die Zwillinge konnten kaum ein paar Schritte machen, da hörte Jurgen ein lautes Schluchzen. Verwundert blinzelte er und sah kurz fragend zu seinem Bruder. Hörte sich nach einer Frau an.

Unter einer Lautmann-Weide saß auf einer roten Holzbank eine völlig aufgelöste Susanne Wolfenberg, die bitterlich in ein Taschetuch schluchzte. Neben ihr stand eine alte Zwergenfrau im grünen Anzug, die ihr tröstlich über den Rücken streichelte. "Nana, Frau Wolfenberg. Nana." sagte sie, weil ihr anscheinend nichts Besseres einfiel. Jurgen trat etwas näher und sah die kleine Dame an. "Was... ist denn passiert?" Die Zwegendame sah zu dem Jungen auf. "Lily ist passiert. Mal wieder."

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Sa Aug 02, 2014 6:27 pm

Erald rollte mit den Augen; dass Jurgen aber auch nie auf eine seiner Fragen antwortete! Da war es ja noch einfacher, Astrid zu fragen! Wenn man diese Art von Konversation überlebte, hatte man wenigstens eine Antwort!

Sie schritten die Straße entlang, als sie ein lautes Schluchzen hörte. Nein, nicht schon wieder eine Ablenkung, dachte Erald und blickte Jurgen an Einfach weitergehen! aber da blieb der Schlimmste aller Brüder bereits stehen.

Susanne Wolfenberg; das konnte doch interessant sein. War etwa etwas mit Bolto? Aber nein, es ging mal wieder um Lilly. Erald seufzte leise. Hatte sie es jetzt endlich geschafft, jemandem einen Herzinfarkt zu bescheren? Die Frage blieb nur, wem.
Ob es sehr unhöflich war, Frau Wolfenberg nach Bolto und seiner Freizeitaktivität für heute zu fragen? Sobald er Jurgen los war, könnte er doch…?

Erald biss sich auf die Unterlippe. „Also, Frau Wolfenberg. So schlimm ist das doch nicht. Wie haben noch genug Ketschup. Gern geben wir ihnen noch was ab….“ Darum ging es doch hier, oder?
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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Sa Aug 02, 2014 7:22 pm

Ugh. Die verbrauchten Taschentücher stapelten sich unter Frau Wolfenbergs Füßen. Lily musste sie gut erwischt haben. Na ja, war ja auch nicht ganz so schwer; Frau Wolfenberg war dafür bekannt, manchmal... etwas emotional zu reagieren. Als sie die beiden Jungen bemerkte, versuchte sie jedoch, sich zusammen reißen und schnupfte erst mal mit ihrer Nase, als sie ihren Kopf hob und sich eine klebrige Strähne aus dem Gesicht wischte. Auf die Frage von Erald sah sie ihn an... und ihre Augen wurden sofort wässrig. "K-Ketchup? Also Lily, nun ja... Sie... Sie...Hu-Huh...Huh..Huu" begann sie, mitten im Satz zu schluchzen und verbarg ihr Gesicht wieder hinter einem Taschentuch. Die Zwergin zog höchst kritisch ihre Augenbraue in die Höhe, als sie Erald von unten musterte. Natürlich. Was sollte man auch von Dehlias Sprösslingen erwarten...? Jurgen versuchte immer noch, charismatisch zu grinsen, was Susanne Wolfenberg jedoch nicht mehr mitbekam...

Der ältere Zwilling wusste, das man aus Gilfra, der Zwergenfrau, vermutlich mehr heraus bekommen würde und wandte sich daher erst mal an sie: "Also, was genau ist passiert?" fragte er und versuchte, so diplomatisch und interessiert wie möglich zu klingen. Er war der zukünftige Stadthalter! Er konnte also schon mal für einen guten Ruf sorgen! Je früher, desto besser. Gilfra seufzte, verschränkte ihre kleinen Arme und sah zu der leeren Halle, die in der Nähe der Lautmann-Weide stand...

"Frau Wolfenberg und Ich sind für die Dekoration der alten Halle zuständig. Während dem Fest wird dort Musik gespielt und eine Tanzfläche eröffnet. Als wir gerade eben die Halle betreten haben... Nun ja, Ihr kennt Lilys Inszenierungen ja. Das hat die arme Frau Wolfenberg sehr erschrocken und sie ist immer noch sehr mitgenommen." sagte sie und holte kurz danach eine hellgrüne Tabakspfeife hervor. "Und was jetzt?" fragte Jurgen. "Ich rauche erst mal." antwortete Gilfra und füllte den bunten Tabak in die Pfeife. "Nein, Ich meinte... wegen der Halle?" Sie brauchte eine Weile, bis sie antwortete und nahm erst mal einen kräftigen Zug, der Rauch stieg aus ihrem Mund. "Solange Lily da drin ist, wird Frau Wolfenberg wohl kaum hinein gehen. Und Alleine mache ich das Alles ganz sicher nicht." sagte sie entschieden mit plötzlich rauer Stimme.

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Sa Aug 02, 2014 8:11 pm

Erald bemerkte Gilfras Blick und wäre allein deshalb schon gern umgedreht, um zu gehen. Doch Jurgen, der Angeber, fragte auch noch nach und tat besorgt. Aber allein wollte Erald den Stand auch nicht aufbauen, Jurgen durfte nicht um die Arbeit herum kommen, nur weil er besorgt tat!

Also blieb Erald neben seinem Bruder stehen, versuchte dem Rauch dieser unsäglichen Pfeife zu entkommen und zählte die Sekunden, wann er endlich seine blöde Arbeit erledigen und wieder auf sein Zimmer gehen durfte. Der Tag mauserte sich langsam zu einem unerträglichen Martyrium!

>> "Solange Lily da drin ist, wird Frau Wolfenberg wohl kaum hinein gehen. Und Alleine mache ich das Alles ganz sicher nicht." sagte sie entschieden mit plötzlich rauer Stimme.<<

Erald stutzte. Hieß das etwa…? Er blickte Jurgen an. Nein! versuchte er ihm mit dem Blick zu sagen Nein, nicht unser Problem!
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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Sa Aug 02, 2014 9:01 pm

Jurgen bemerkte Eralds Blick. Seine Mundwinkel bewegten sich etwas nach oben, seine Lippen ließen seine Zähne heraus blitzen. Da musste er wohl durch. Er war immerhin sein Bruder.

"Wir erledigen das. Wir holen sie raus." Susanne nickte nur, ohne die von Tatzel-Brüder anzusehen, während die Zwergin einen Ausdruck auf dem Gesicht hatte, der wohl "Wirds bald." bedeute. Sie pustete rötlichen Rauch in die Luft. Daraufhin packte Jurgen seinen Zwillingsbruder auch schon an der Schulter und schleifte ihn zu der Halle...

Die alte, neulich erst gestrichene Halle war früher ein Lagergebäude; Mittlerweile stand eine kleine Bühne in dem geräumigen Saal und für gewöhnlich war die Halle nur für das Sommerfest als Tanzraum zugänglich. Jurgen öffnete eines der großen, schweren Tore und linste in den Raum. Na klar. Vollkommen dunkel; nur das Licht von Außen fiel ein Stück in den düsteren Raum. Man hörte Nichts. Nichts, außer einem tropfenden Geräusch, das laut widerhallte. "Lily? Bist du da?"

Jurgen betrat langsam den Raum; Die Dielen knarzten, als er über den Boden schlenderte und plötzlich, nach einem unvorsichtigen Schritt... trat er in etwas. Eine blutrote Pfütze unter seinen Füßen. Jurgen runzelte die Stirn...

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Sa Aug 02, 2014 9:14 pm

Jurgen bot ihre beiden Hilfe an und beinahe hätte Erald aufgeseufzt. Was hatte er denn damit zu tun, wenn die Wolfenberg nicht mit ihrer eigenen Tochter klar kam? Klar, handelte es schließlich um die Mutter und die Schwester seines besten Freundes… Aber trotzdem! Schon so aus Prinzip wollte er nicht das tun, was Jurgen wollte!

Doch da wurde er schon am Arm gepackt und zur Halle geschleift. Missmutig riss er sich los. „Ja, ist ja gut Ich kann laufen!“ maulte er unterwegs und kickte einen der zahlreichen Kieselsteine von sich. Das war aber auch das Letzte!

Todesmutig öffnete Jurgen eines der Tore und trat ein. Ja, todesmutig, Lilly könnte auch wieder eines ihrer morbiden Fallen installiert haben, nur um ihrer Mutter einen weiteren Schrecken einzujagen!

>> "Lily? Bist du da?"<<

Erald rollte mit den Augen. Als Jurgen vorsichtig in die Halle trat. So ging man doch nicht mit Lilly um!
„Ist das dein ernst? Bist du unter die Schlangenflüsterer gegangen?“ Resolut trat er neben seinen Bruder, zückte seinen Zauberstab und ließ mit einem Lumos die Halle in hellem Licht erstrahlen. Jurgen war aber auch ein Anfänger!
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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Sa Aug 02, 2014 9:24 pm

Jurgen zuckte leicht zusammen, als sein Bruder neben ihn trat und einfach einen Lumos aussprach! Was?! Lily hatte doch sicher... Auf der Bühne vor den beiden Brüdern stand ein großer Spiegel, und als der Zauber wirkte, wurde das Licht sofort reflektiert. Von der plötzlichen Helligkeit geblendet und erschrocken, stolperte Jurgen zurück und riss seinen Bruder mit sich... Er hörte nur noch ein helles, weiches Kichern, bevor er auf dem Boden landete... Direkt da, wo die rote Pfütze war...

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Sa Aug 02, 2014 9:32 pm

Ein greller Lichtblitz traf ihn und Jurgen riss Erald mit sich nach hinten. Sein Lumos erstarb und beide Brüder wurden wieder in halbe Dunkelheit gehüllt. Erald fiel zu Boden, direkt neben seinen nichtsnutzigen Bruder und fühlte etwas nasses Klebriges an seinen Händen.

„Urgh!“ entfuhr ihm angewidert und er erhob sich schnell. „Das ist ja….“ Er atmete einmal tief ein. „Lilly!“ brüllte er in die Dunkelheit und zückte seinen Zauberstab, um sich zu säubern. „Es ist mir egal, wenn du das mit deiner Mutter machst, aber hör auf damit!“ Ihre Spielchen waren kindisch und nicht lustig und seiner Meinung nach, konnte Lilly sich echt mal erwachsen verhalten!
Und dass sein Bruder noch immer am Boden lag, machte Erald wenig aus.
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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Sa Aug 02, 2014 9:54 pm

"Riecht nach... Tomatensauce..." sagte Jurgen, als er an sich roch und die roten Flecken auf seiner Kleidung begutachtete. Er hatte ja erwartet, dass Lily mit ihnen spielen wollte. Und für Gewöhnlich bekam Lily auch das, was sie wollte... Zumindest, wenn sie Leuten auf der Nase herum tanzen konnte, so wie jetzt gerade. Jurgen war leicht angesäuert. Wer war er denn, dass er sich von einer knapp 9-Jährigen zum Narren halten ließ?!

Das Gleiche schien Erald auch zu denken. Und er begann, das kleine Mädchen anzubrüllen, das sich bisher gut versteckt hatte. Sein Ausruf zeigte tatsächlich Wirkung: Das Licht an der Bühne sprang kurz darauf an und nun wurde klar, was für ein Anblick Frau Wolfenberg zur Verzweiflung gebracht hatte:

Über dem Bühnenrand hing schlaff ein kleiner Körper; Es war Lily, deren Arme über dem Rand baumelten und deren langen, braunen Haare herunter hingen. Ihre Haare waren leicht in roter Farbe getränkt; Von ihrer Hand tropfte... Tomatensauce. Das Geräusch von Gerade eben! Es hatte sich bereits eine kleine Pfütze gebildet. Jurgen grinste leicht. "Eins muss man ihr lassen: Ihre Auftritte werden immer besser." sagte er und stand auf.

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Sa Aug 02, 2014 10:04 pm

Tomatensauce? Erald blickte zu Jurgen, obwohl er ihn in dem dämmrigen Licht kaum erkennen konnte. Doch dann ging das Licht wieder an und Erald kniff kurz die Augen zusammen. Lilly! Was für ein Chaos!

>> "Eins muss man ihr lassen: Ihre Auftritte werden immer besser."<<

Insgeheim musste Erald Jurgen zustimmen; die Inszenierungen hatten beinahe etwas…. Professionelles an sich.
„Wen interessiert das? Sie ist eine Plage!“ murmelte Erald und marschierte auf die Bühne zu. „Lilly!“ seine Stimme schien erbost und genervt zugleich. „Anstatt alle Arbeiten zu blockieren und deine Mutter für Stunden außer Gefecht zu setzen, könntest du ja mal an die Gemeinschaft denken und dich nützlich machen. Und damit meine ich nicht den Fußboden des Gemeindesaals mit Tomatensauce neu zu streichen!“

So musste man mit Kindern umgehen, dachte Erald selbstsicher. Was Jurgen immer mit seiner Einfühlsamkeit Lilly gegenüber hatte! Die würde doch nie hören, wenn man sie höflich bat. „Runter da und hilf uns, sauber zu machen! Und dann solltest du dich bei deiner Mutter entschuldigen!“

Was für ein Tag! Erald wollte endlich in sein Zimmer! Das Buch wartete!
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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Sa Aug 02, 2014 10:15 pm

Jurgen verschränkte die Arme und musste leicht glucksen, als Erald in strenger Manier auf die Bühne zuging. Natürlich hielt er eine Moralpredigt! Und die Reaktion, die er dafür bekam, war Jurgen auch klar: Nämlich Gar Keine. Standhaft blieb das Mädchen da liegen, wo es lag, und der junge Zauberer bewunderte sie fast schon dafür. Wird das nicht irgendwann ungemütlich? Ja, man konnte durchaus sagen, das sich Jurgen prächtig über seinen Bruder amüsierte. So sah er einfach nur zu, wie sein geliebter Bruder herum polterte, während sich das kleine Mädchen wahrscheinlich innerlich genau so amüsierte, wie er.

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Sa Aug 02, 2014 10:24 pm

Sie bewegte sich nicht! Sie spielte Leiche und Erald spürte, wie die Zornesröte in sein Gesicht schoss.
„Verdammt, Lilly!“ polterte er und zückte erbost seinen Zauberstab. „Hier sieht es aus wie bei einer Horde Gnome zu Hause! Weißt du, was das für eine Arbeit ist? Warum bist du nur so kindisch?“

Mit einem Ratzeputz zauberte er das Mädchen voller rosafarbenem Schaum, auch über dem Gesicht breitete sich etwas davon aus. Jetzt musste sie sich mal bewegen, um atmen zu können! Schon fast grinste Erald und wartete darauf, dass sich Lilly als Lebende outete – oder um sie vor dem Ersticken zu retten. Bolto fände das sicher nicht so toll, wenn Erald seine kleine Schwester ermordete…. Also richtig… auch wenn Tomatensauce dabei eine Rolle spielte.
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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Sa Aug 02, 2014 10:39 pm

Jurgen seufzte, lächelte aber weiterhin belustigt, als Erald einen Ratzeputz anwendete. Der Gewinner dieses Konfliktes stand schnell fest: Lily konnte kaum an sich halten, weil sie der Ratzeput mit den rosa Bläschen kitzelte und sie fing an, unkontrolliert zu gickern. Ihr hohes, helles Lachen hallte in der ganzen Halle wieder und sie rollte sich wieder auf den Rücken, um tief ein zu atmen. Bald schon war der Zauber verflogen und die kleine Hexe war so sauber wie nie zuvor! Lily seufzte, mit Lachtränen in ihren großen Augen. Sie setzte sich auf und sah den älteren Jungen an. Breit und offen grinste Lily ihm zu: Ihre Zahnlücke kam zum Vorschein. "Du hast gewonnen!" sagte sie.

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Sa Aug 02, 2014 10:58 pm

Erald seufzte, als die Kleine endlich aufgab und sich vernünftig verhielt.

„Natürlich habe ich gewonnen. Erwachsene gewinnen bei sowas immer!“ Er trat zu der Bühne und streckte die Arme aus, um Lilly herunter zu helfen. „Du bist die totale Qualle, weißt du das?“ murmelte er, als er sie unter den Armen packte, hochhob und auf den Boden stellte.

„Wenn dir langweilig ist, spiel doch mit der seltsamen Kröte von dem Finkenstein. Die läuft ihm doch immer weg!“ Er schüttelte den Kopf und blickte Jurgen an. Sieh, ich hab das alles allein gemacht. Von dir kam ja mal wieder nichts! schien sein Blick zu sagen und er hob ein wenig theatralisch das Kinn.

„Hast du eine Ahnung, wieviel Arbeit du hier gemacht hast?“ Er blickte das Mädchen vorwurfsvoll an, musste dann aber seufzen. „Ich zeig es dir.“ Und mit zwei Schlenkern seines Zauberstabes war die ganze Tomatensauce verschwunden. Ein Grinsen stahl sich auf sein Gesicht und beinahe hätte er sich deshalb die Zunge abgebissen.
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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Sa Aug 02, 2014 11:49 pm

Lily lächelte und ließ sich von der Bühne hieven. "Ich würde ja auch lieber mit Theo spielen; Der lernt aber immer so viel..." sagte sie und sah zu Erald auf. Auch, wenn sich ihr Tonfall etwas maulend anhörte, konnte sie einfach nicht aufhören, zu grinsen.

Jurgen traf währenddessen der Blick seines Bruders und wieder musste er anfangen, zu glucksen. Dieser Blick! Als ob es jetzt eine große Leistung gewesen wäre, eine 9-Jährige unschädlich zu machen! Der weise Erwachsene Erald! Jurgen tat es ihm gleich und hob das Kinn, aber eher, um sich über seinen Bruder lustig zu machen.

Lily sah zu, wie Erald sich "viel Arbeit" machte und den Boden mit ein paar Zauberstab-Bewegungen wieder rein bekam. Sie war eindeutig nicht überzeugt von seiner Moralpredigt und sie erkannte sein Grinsen. Doch bevor sie etwas sagen konnte, kam auch schon Jurgen auf die Beiden zu. "Gehen wir dann mal? Wir müssen noch einen Stand aufbauen." sagte er, klang aber nicht wirklich ungeduldig, im Gegenteil: Irgendwie schien er bessere Laune zu haben, als Zuvor.

Die Drei verließen gemeinsam die Halle und liefen auf die beiden Frauen zu, die auf der Bank saßen. Mittlerweile hatte sich Frau Wolfenberg beruhigt... und mittlerweile hatte Gilfras Rauch eine bläuliche Färbung... "Mama!" rief Lily fröhlich und lief auch schon auf ihre Mutter zu. Sofort schloss Frau Wolfenberg sie in die Arme und war sichtlich glücklich darüber, dass sie nicht mehr vor Sauce klebte. "Du bist unmöglich, Lily." sagte sie und musste sich zusammen reißen, um nicht wieder aufgelöst zu wirken. "Ich weiß." "Und du bekommst Hausarrest." "Ich weiß..."

"Danke für eure Hilfe." sagte Frau Wolfenberg und lächelte mit roten Augen. "Es war bitter nötig; Sonst wäre das Alles Nichts geworden." fügte Gilfra schließlich hinzu. Bevor sich die Zwillinge umdrehten und ihrer Wege gingen, zupfte Lily Erald kurz am Hemd und sah lächelnd zu ihm auf. "Danke, dass du mit mir gespielt hast. Es hat Spaß gemacht!" Kurz kramte das Mädchen in ihrer Hosentasche und holte einen Schokoladenriegel von "Drabas Zuckerspaß" hervor. "Hier." sagte sie und reichte ihn Erald hoch.

Schließlich trennten sich ihre Wege und die Zwillinge machten sich auf den Weg zum Stand..

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Re: Ein Tag in Grimheven

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