Ein Tag in Grimheven

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Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Di Jun 24, 2014 12:32 pm

das Eingangsposting lautete :

Zeit: Letzte Sommerferien (Nachmittags)
Ort: Grimheven (von Tatzel-Residenz)

Jurgen wusste gut, dass sein Bruder an diesem Nachmittag vermutlich nicht gestört werden wollte. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, die Tür des Zimmers mit Karacho aufzuschwingen, als wäre es sein Eigenes. Sein blasses Gesicht war voll mit kleinen Kratzern und wulstigen Stichen, wie man schnell erkennen konnte. Er hatte wohl einen gepfefferten Stichlings-Fluch abbekommen. Die Augen des jungen Zauberers waren gerötet, doch er grinste seinen Zwillingsbruder tapfer an. "...Was ein Junge nicht Alles durchmachen muss, wenn es ihn nach einer mahnenden, kaltblütigen Schönheit dürstet." Ein anderer Ausdruck für Hilfe, Ich brauche einen Gegenzauber!

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am So Aug 03, 2014 10:35 am

>>"Gehen wir dann mal? Wir müssen noch einen Stand aufbauen."<<

Erald blickte Jurgen ungläubig an; na klar, er riss sich um Arbeit. Das waren ja ganz neue Töne! Aber Erald sagte nichts und gemeinsam verließen sie die Halle. Lilly und ihre Mutter verhielten sich auch wieder normal, auch wenn ihnen Gilfra immer noch seltsame Blicke zuwarf. Naja, was sollte es schon? Aber wenigstens hätte er heute Abend etwas, dass er Bolt erzählen konnte…

Frau Wolfenberg bedankte sich und Erald hätte beinahe mit den Augen gerollt. Wer hätte es denn sonst getan? Bolto war ja nicht in der Nähe und er war so ziemlich der Einzige, der der kleinen Qualle Einhalt gebieten konnte…

Aber er zwang sich zu einem Lächeln und nickte den Damen freundlich zu. Sollte Jurgen doch das Reden übernehmen; er würde es sowieso tun, egal, was sich Erald wünschte.

Doch dann….lächelte ihn Lilly an und schenkte ihm sogar einen Schokoladenriegel. Und Eralt spürte, wie sich das falsche Lächeln auf seinem Gesicht zu einem echten mauserte. „Hör einfach auf mit dem Blödsinn.“ sagte er grinsend und nahm den Riegel entgegen. Würde sie sowieso nicht tun.
Er verabschiedete sich höflich und zwinkerte Lilly kurz zu, als er sich umdrehte und an Jurgens Seite den Weg entlang lief.

Als sie ein paar Meter zwischen sich und die Damen gebracht hatten, schob Erald das Kinn vor. „Obwohl ich alles allein gemacht habe und du dich mal wieder nur mit meinen Lorbeerblättern gerühmt hast…“ Er hob den Schokoladenriegel in die Höhe. „Willst du die Hälfte?“
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Erald von Tatzel

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am So Aug 03, 2014 9:47 pm

"Ach was! Meine Hilfe hast du doch gar nicht gebraucht. Hast Alles super gehändelt." Jurgens Mundwinkel wanderten nach oben, während er seinen Bruder ansah. Oh. Der Schokoladenriegel von Lily... Moment. Er bot ihm eine Hälfte an? Einfach so? Sein Grinsen starb kurz. Und für einen Moment sah er Erald etwas verdutzt an. Er räusperte sich kurz und sah dann wieder nach vorne: "Sollten wir uns vielleicht aufheben und-..."

Eine willkommene Ablenkung! Dem-Quaffel-sei-Dank! Am Wegesrand auf dem Boden saß ein Junge, der nicht wesentlich älter erschien, als die Zwillinge. Sein rundliches Gesicht war auf den Schotterweg vor ihm gerichtet, seine Beine lagen ausgestreckt. Er wirkte sehr müde. Es war Lemm Klippenwald... Ein Einwohner der nicht besonders angenehmen Sorte... Von denen es in Grimheven Viele gab...

„Guten Tag, Lemm!“ begrüßte Jurgen ihn dennoch überschwänglich. Nach einer Weile sah Lemm auf, mit nichts-sagender Mimik und antwortete ruhig: „Hallo.“ Während er die Zwillinge mit seinen leeren Augen ansah. Stille. Jurgen ließ sich davon jedoch nicht beirren und faselte weiter: „Und? Warum setzt du hier so herum?“ fragte er. „Nur so.“ lautete seine... knappe Antwort. Nur so. Innerlich seufzte Jurgen leicht. Nur so... Gespräche mit Lemm Klippenwald waren nie sehr ergiebig...

„Na dann. Wir gehen dann weiter. Viel Spaß bei-...“ „Ihr könnt hier nicht weiter.“ unterbrach der dunkelhaarige Junge, auf dem Boden sitzend, plötzlich. Jurgen runzelte die Stirn. „Warum nicht?“

… Keine Antwort. Lemm schwieg, sah die Beiden nur an, schien zu überlegen, ob er etwas sagen sollte .„...Lemm?“ hakte Jurgen scharf nach.

Er öffnete daraufhin doch den Mund, sagte in ruhigem Tonfall:

„Nichts Wildes. Da drüben läuft nur ein Fluch Amok.“

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Mo Aug 04, 2014 7:48 am

Jurgen schien erstaunt über das Angebot mit dem Schokoladenriegel und Erald seufzte leise auf. Was glaubte Jurgen denn? Dass er sich allein eine Vergiftung holen wollte, wenn die kleine Qualle wieder einmal ihren geistigen Infantilismus ausleben wollte? Sicherer war es doch, nur die Hälfte der Süßigkeit zu essen, das konnte sich Jurgen doch sicher vorstellen!
Aber dann trafen sie auf jemand weiteren und Jurgen hatte nichts Besseres zu tun, als denjenigen anzusprechen! Auf diese Weise würden sie niemals zu dem Stand kommen, ihn aufbauen und Eralds Freizeit rückte damit in unerreichbare Ferne!

Was sollte es schon ausmachen? Lemm saß halt etwas betroffen im Straßengraben, na und? Was sollte es sie kümmern? Doch Jurgen suchte wohl jede Gelegenheit, um sich vor der Arbeit zu drücken, die vor ihnen lag…

Doch Erald horchte auf, als Lemm ihnen verbot, ihren eingeschlagenen Weg zu gehen. Seufzend rollte er mit den Augen. Gut, dann würden sie eben einen Umweg gehen und von oberhalb der Straße zu dem Stand gehen. Nur weil der Herr-Ich-bin-so-toll es so wollte!

>>„Nichts Wildes. Da drüben läuft nur ein Fluch Amok.“<<

Erald wechsele einen genervten Blick mit Jurgen und starrte dann Lemm an, als präsentierte er sich ihnen gerade in seiner Animagus-Gestalt: als rosafarbenen Knuddelmuff!
„Lemm!“ Eralds Stimme klang scharf, aber er bezweifelte, dass er bei Lemm mit der gleichen Masche wie bei Lilly durchkam. „Was bei der heiligen Tropfsteinhöhle von Avalon denkst du dir immer dabei? Es ist die Hauptstraße!“

Genervt strich er sich durch die Haare und überlegte fieberhaft. „Ist die Straße evakuiert? Laufen da noch Leute rum? Was ist mit den Wohnhäusern? Lemm!“ Nicht auszudenken, wenn es Verletzte oder sogar Tote gäbe! Dann würde er heute ja gar nicht mehr zu seinem Buch kommen!
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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am So Aug 24, 2014 4:16 pm

"Hey. Ich wars ausnahmsweise nicht..." erklärte Lemm dem jüngeren Zwilling, während er sich langsam erhob. Der Junge atmete dabei jedoch etwas schwer auf, und hob sich am Arm fest. Jurgens Augenbrauen zuckten nach oben und er musterte den plumpen Jungen kurz. "Lemm, geht es...-"

"Kennt ihr noch diese künstlichen Gnom-Figuren, an denen Herr Schlind 5 Jahre lang arbeitete?" wurde Jurgen jedoch von dem älteren Jungen unterbrochen. "Die, die jedes Jahr als Ausstellung für die Kinder nervtötend singen und tanzen? Na ja... der Zauber wurde wohl lange nicht mehr erfrischt und jetzt... drehen die total durch." sagte Lemm und drehte seinen Kopf zu einer der Weg-Abgabelungen. "Ich zeige es euch einfach. Folgt mir leise." Lemm zückte einen Werkhammer - Seinen Zauberstab schien er nicht bei sich zu haben - und schlenderte vorsichtig den Weg entlang.

Desto näher die drei Jungs kamen, desto lauter konnte man eine heiter-klingende und verspielte Melodie hören. Mit lauten, schrillen Stimmen sang ein Chor nicht ganz im Takt:  

Feuerkrabben, Feuerkrabben, Feuerkrabben, wo sind die Feuerkrabben?
Schmeckt die frische Grimheven-Luft, lasst den Kopf nicht hängen
Denn unser Fest ist für alle, drum nehmt euch an der Hand...



„...Fröhlichkeit und heitere Musik... Meine zwei größten Erzfeinde.“ kommentierte Lemm. Doch neben dem albernen Kinderlied mit den verzerrten Stimmen, konnte man auch lautes Poltern und Krachen hören. Irgendetwas war oberfaul.

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am So Aug 24, 2014 4:46 pm

Lemm behauptete, auf seinem Mist sei der Tumult nicht gewachsen und erhob sich. Er schien irgendwie…. Etwas stach in Eralds Brust und er blinzelt verlegen. War Lemm etwa selbst verletzt? Doch ehe er etwas sagen konnte, begann Lemm mit seinen Erklärungen.

Oh, diese Gnome. Erald verzog das Gesicht  und vor seinem Inneren Auge erschienen die bunten Gesellen aus Ton, lachend und singend; wie sie jedes Kind in der Umgebung zum Tanzen und Fröhlichsein zwangen; selbst hopsten und lachten. Es war eine jährliche Erniedrigung, der sich die Kinder Grimhevens aussetzen mussten.

Erald setzte sich in Bewegung, als Lemm sie führte, doch er hielt Jurgen kurz am Ellenbogen fest, zückte seinen Zauberstab und bedeutete Jurgen, es ihm gleich zu tun. Sicher war sicher. Recht schnell hörten sie das furchtbare Lied, das Erald früher sogar in seine Albträume gefolgt war….
Sie duckten sich hinter eine karge Linde und spähten herüber. Wo waren nur diese Gnome? Und was taten sie gerade?

„Lemm,“ Erald flüsterte, weil er nicht wusste, ob die blöden Gnome sie noch als Kinder ansahen oder sie als Erwachsene schon in Ruhe ließen. „Wo ist dein Zauberstab?“
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Erald von Tatzel

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Di Okt 07, 2014 2:36 pm

Jurgen lugte zusammen mit Erald und Lemm an der Linde vorbei... Und zuckte fast sofort zusammen. Er sah die vielen Gnome schneller, als Erald... Und es war das reinste Chaos. Während die kostümierten Gnome weiter sangen und tanzten, randalierten und fuchtelten sie über die Stände auf einem der Nebenplätze. Diese Horde schien darauf aus zu sein, Alles zu Kleinholz zu verarbeiten.

Jurgen klappte der Mund auf. "Was...? Oah!" gab er plötzlich erstickt von sich und zeigte mit dem Finger auf eine dicke Eiche in der Mitte des kleinen Platzes:

Dort hing kopfüber ein kleiner, alter Mann mit grauem Haarschopf an einem Seil. Es handelte sich um den alten Herr Schlind, dessen Kopf schon ganz rot war. In seinen Mund wurde eine grüne Zipfelmütze gestopft, die offensichtlich einem der Gnome gehörte. Man konnte an seinem Gesichtsausdruck nur annehmen, dass er nach Hilfe rufen wollte.

"Waren das etwa die Gnomfiguren?!"

"Ja." antwortete Lemm ruhig und sah die Zwillinge kurz abwartend an.

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Mi Okt 08, 2014 5:23 pm

Jurgen deutete an die dicke Eiche in der Platzmitte und Erald folgte seinem Blick. Und was er sah, hob seine Laune nicht maßgeblich: Herr Schlind; geknebelt und gefesselt, kopfüber an einem Seil baumelnd. Erald entfuhr ein Seufzen und er schüttelte leicht den Kopf.

>>“ Waren das etwa die Gnomfiguren?!" – „Ja.“<<

Erald zog die Stirn kraus und betrachtete das skurrile Bild, das sich ihnen bot. Zu seinem eigenen Erstaunen empfand er keinen Drang, den kleinen Mann zu retten. Erstens waren da die Gnome, zweitens war der der Mann, der die Gnome erschaffen hatte….

„Können die Gnome mittlerweile auch zaubern? Wie sind sie nur da hoch gekommen?“ fragte er mehr zu sich selbst und blickte in die Baumkrone, in der er leider keine Details erkennen konnte.
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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Gast am Mo Okt 13, 2014 9:05 pm

"Ist doch egal! Wir müssen ihm helfen!" blaffte Jurgen seinen Bruder an; Natürlich war ihm Herr Schlind egal! Das sah man doch schon an seinem Blick...

- Lemm nickte erstaunlicherweise auf diese Aussage. "Ich sage das ja nur ungerne... Aber Holzkopf Nr. 1 hat Recht, Holzkopf Nr.2." So schien er die Zwillinge also zu unterscheiden... "Herr Schlind belegt diese Wachsfiguren jedes Jahr mit einer Reihe Ton- und Bewegungszauber. Er verrät Niemandem, welche Zauber das sind - Wie so eine Art Geheimrezept." erklärte der ältere Junge, während er zu dem Platz sah, wo die Wachsgnome randalierten. "Es ist viel zu zeitaufwendig, jeden Gnom einzeln auszuschalten. Das schaffen wir vermutlich nicht, bevor sie hier Alles verwüstet haben. Wir sollten also lieber Herr Schlind befreien, der den Gegenzauber kennt und sie alle auf einmal bewegungslos machen kann." sagte Lemm.

"Wir müssen nur eine Möglichkeit finden, uns die Wachsfiguren vom Hals zu halten, bis wir zu der Eiche kommen."

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Re: Ein Tag in Grimheven

Beitrag  Erald von Tatzel am Do Okt 30, 2014 8:53 pm

Lemm wurde ihm immer unsympathischer. Holzkopf, was? Gleich würde Erald dem älteren Jungen mal zeigen, wer hier ein Holzkopf war…

Doch er verzog nur missmutig die Lippen und starrte mit den anderen Beiden in Richtung des Schauspiels. Eigentlich sah es sogar recht lustig aus; wenn man auf Zerstörung und Chaos abfuhr… Erald zog die Stirn kraus, dann nickte er wie zu sich selbst.

Schnell checkte er noch einmal Lemm, seufzte aber, als er sich an den fehlenden Zauberstab erinnerte. Dann tippte er Jurgen mit der Schulter an. „Den Incendio. Steck einfach alles in Brand, was du siehst. Du rechts, ich links, Lemm in der Mitte. Bis wir am Baum sind. Klar?“ Hoffentlich musste er für Jurgen nicht noch eine Zeichnung machen, dachte er und starrte den Bruder durchdringend an. Hatte der kapiert? Den Incendio würde der ja wohl hinbekommen, oder? Und der Platz war sowieso schon verwüstet….
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Re: Ein Tag in Grimheven

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