Pegasus-Weide (Westlich vom Schloss)

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Pegasus-Weide (Westlich vom Schloss)

Beitrag  Stasio Goldsztern am Mo Dez 08, 2014 3:52 pm

Beitrag Rhabandi am Sa Mai 24, 2014 12:43 pm

Bei gutem Wetter befinden sich auf dieser weitläufigen Wiese meist einige Pegasus-Pferde, die hier genügend Auslauf bekommen und sich zu bestimmtes Jahreszeiten an dem saftigen Gras satt fressen können. Diese Weide befindet sich direkt bei den Ställen und liegt etwa westlich der Baumallee, die zum Haupttor der Schule führt. Es ist gänzlich nicht verboten, diese Weide zu betreten, solange man die geflügelten Pferde nicht stört oder belästigt. Doch Vorsicht! Nicht jeder Pegasus ist immer gut gelaunt...
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Re: Pegasus-Weide (Westlich vom Schloss)

Beitrag  Stasio Goldsztern am Mo Dez 08, 2014 3:52 pm

Schnee.

Alles weiß – unsagbar weiß.

Stasio kam es vor, als habe er seit Jahren keinen Schnee mehr gesehen. Er freute sich unglaublich, dass es geschneit hatte, dass es weiß ist.

Natürlich, auch die Erwachsenen lieben schönes Wetter. Aber sie denken dabei, überlegen, während die Kinder es wie einen Trunk genießen. Auch die Erwachsenen lieben einen klaren Morgen, für Kinder aber ist er wie ein gutgekühlter Wein – sie sind gleichsam betrunken durch ihn.

Erwachsene dachten immer, wenn sie Schnee sahen, schon daran, dass es Matsch geben würde, sie spürten schon die nassen Schuhe und überlegten, ob die Kohle wohl den Winter über reicht. Auch Freude war da, aber zugeschüttet mit Asche, verstaubt und grau war sie. Stasio aber verspürte nur weiße, klare, blendende Freude. Wieso? Nicht wieso: Schnee!

Stasio ging langsam, vorsichtig, trat nicht gern mit den Füßen darauf. Rundherum Funken, es glänzte, leuchtete, schillerte, spielte, lebte. Und auch in ihm tausend Funken. Als hätte jemand Diamantenpulver auf der Erde und in der Seele verstreut. Er hatte gesät, und brillanten Bäumen werden wachsen. Ein funkelndes Märchen wird geboren werden.

Ein weißes Sternchen fiel ihm auf die Hand. Hübsch, ganz klein, lieblich. Schade, dass es sich verflüchtigte und verschwand. Schade – oder er hauchte, freute sich, dass es nicht mehr da war, weil schon ein zweites kam. Er öffnete den Mund und fing es mit den Lippen auf. Er fühlte die kristallene Kälte des Schnees, das reine und kühle Weiß.

Und wenn es anfing zu schmelzen, würden überall Eiszapfen hängen. Man kann sie mit der Hand abschlagen. Man kann den Mund darunter halten und den Schnee und die fallenden Tropfen auffangen. Mit einer mächtigen Handbewegung haust du sie unter dem Gesims ab. Sie fallen und zerbrechen mit einem kühlen Ton.

Wirklich Winter, und wirklich Frühling!

Das ist kein Schnee, sondern das Zauberreich einer alten Regenbogenfarben schillernden Seifenblase.

Na, und dann die Schneebälle. Die Bälle, Kugeln – Schabernack, Überraschung. Bälle – so viele du willst! Du brauchst sie nicht zu kaufen, nicht zu leihen, nicht darum zu bitten. Du hast sie einfach. Du hast ihn geworfen – weich schlug er auf und zerfiel. Macht nichts – gleich geht’s weiter. Du wirfst nach ihm, er nach dir; gegen den Rücken, die Ärmel, die Mütze – und nichts. Lachen und Herzklopfen.

Natürlich kam mit dem Schnee auch die Zeit des Lernens, doch versetzt in eine weiße Traumwelt hatte Stasio das vollkommen vergessen. Er rollte einen Schneeball. Er nahm von allen Seiten Schnee an, er wuchs. Stasio suchte nach ergiebigen Stellen, schob die Kugel weiter. Sie wurde immer größer. Er schob nicht nur mit der Handfläche, sondern mit der ganzen Hand; schon fühlte er, dass sie schwerer wurde. Er glitt aus, schob sie also langsamer, vorsichtiger. Und was nun? Soll man daraus einen Schneemann bauen, oder schwungvoll mit beiden Beinen darauf springen?

Wenn noch andere Kinder hier wären, dann könnte Stasio vergleichen, wer den größten Schneeballen gerollt hatte. Man könnte eine Schneeballschlacht veranstalten, ein Iglu bauen, zusammen rumtollen im Schnee.

Erschöpft von dem stundenlangen Spielen im Schnee setzte sich Stasio auf die eben gerollte Schneekugel und sah sich um. Warum war er nur der einzige, der bei diesem herrlichen Wetter auf die Idee kam, sich in das wunderbare Weiß zu stürzen?
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Re: Pegasus-Weide (Westlich vom Schloss)

Beitrag  Yves du Dahut am Do Dez 11, 2014 1:36 pm

Für Yves war gerade eine der stressigsten Zeiten angebrochen: Prüfungszeit. Er lernte und wiederholte stundenlang und ihm wurde ganz mulmig zumute, wenn er an morgen dachte: Der erste Tag der Prüfungswoche! Er hatte noch immer Rahels Worte im Hinterkopf: Dass nur die besten Schüler in Marschlins bestehen würden. Vermutlich hatte sie das nur gesagt, um ihn zu verunsichern, aber Yves war trotzdem noch nervöser als je zuvor. Bis in alle Nacht hatte er sich bemüht, Zauberformeln auswendig zu lernen und war sehr früh aufgestanden, um weiter zu lernen. Gegen Mittag rauchte ihm schließlich der Kopf und er hatte beschlossen, seinen Kopf an der frischen, kühlen Luft durchlüften zu lassen.

Er drehte gerade seine Runde ums Schloss, als ihm ein Junge auffiel, der ganz alleine im Schnee spielte. Er schaute etwas genauer hin und erkannte Stasio. Ein breites Lächeln bildete sich auf Yves’ Lippen. Mit Stasio hatte er schon ab und zu gesprochen, und er hatte den Jungen sehr gerne. Er war, so fand Yves, ein sehr authentischer Mensch, ehrlich und kritisch mit einem wachen Verstand. Yves beobachtete, wie Stasio eine Schneekugel formte und spürte den Drang, sich ihm anzuschließen und im Schnee zu spielen. Mit etwas schlechtem Gewissen, da er noch viel zu lernen hatte für die kommende Woche, näherte er sich dem Jungen. Nun ja, etwas Ablenkung, nur ein ganz kleines bisschen, konnte ja doch auch nicht schaden, oder?

„Hallo Stasio!“, grüßte er den Jungen glücklich und winkte ihm.


[OOC: Ich hoffe, es ist okay für dich, dass sich Stasio und Yves schon etwas kennen? Yves spricht praktisch mit allen und ist am Leben seiner Mitmenschen sehr interessiert.]
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Re: Pegasus-Weide (Westlich vom Schloss)

Beitrag  Stasio Goldsztern am Mo Dez 15, 2014 12:30 pm

(klar, vollkommen okay)

Noch während Stasio überlegte, was er als nächstes spielen konnte, gesellte sich Yves dazu. Stasio grinste über beide Ohren und sprang von seinem gerollten Schneehaufen hinunter.

"Yves!", grüßte er seinen Freund. "Magst du mit mir spielen? Wir können eine Schneeballschlacht machen oder wir schauen, wer den größeren Scneemann bauen kann!"
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Re: Pegasus-Weide (Westlich vom Schloss)

Beitrag  Yves du Dahut am Mo Dez 15, 2014 2:22 pm

Yves musste lächeln, als er Stasio so begeistert erlebte. Er schien Schnee wohl wirklich sehr zu mögen. Und wie unbekümmert er war! Als wenn bereits Ferien wären und nicht noch eine Woche Prüfungen dazwischen lägen.

„Oui, klar!“, lachte Yves. „Aber allzu lange kann ich nicht, ich muss nachher unbedingt noch ein bisschen weiter lernen. Ich hab leider keinen so guten Kopf und muss mich sehr anstrengen, um nächste Woche nicht zu versagen. Aber für eine Partie Schneeballschlacht oder einen Schneemann wird es schon reichen!“
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Re: Pegasus-Weide (Westlich vom Schloss)

Beitrag  Stasio Goldsztern am Sa Dez 20, 2014 4:32 pm

Lernen? Ein unangenehmes Gefühl kam in Stasio auf. Das Lernen hatte er bisher gekonnt verdrängt. Dass Yves ihn daran erinnerte minderte etwas seine gute Laune. Lernen sollte bei Schnee verboten sein. Wenn er Direktor der Schule wäre, dann würde er veranlassen, dass bei Schnee die Schulglocken läuteten und unterrichtsfreie Zeit verkündeten. Er würde allen Schülern befehlen, sich warm anzuziehen und nach Draussen zu gehen in den Schnee und solange zu spielen, bis man vor Erschöpfung und Hunger nicht mehr konnte. Und er würde allen Kindern Schlitten zur Verfügung stellen. Ach, was würde er tun für ein paar Bretter! Es war das wichtigste im Winter; gerade jetzt hätte er alles gegeben dafür. Mit einem Schlitten einen Hügel hinabfahren! Aber wo sollte er das denn jetzt herbekommen? Man musste mit dem auskommen, was man hatte.

"Wir machen es so", beschloss er. "Wir werden beide eine Schneeburg bauen und ganz viele Schneebälle machen und dann werden wir eine Schlacht führen! Jeder hat 10 Minuten Zeit dafür. Also los!"

Natürlich hatte er keine Uhr, um die Zeit zu messen, doch das machte nichts. Sfort begann er, Schnee zusammenzuschieben. Mit den Handflächen presste er ihn zusammen, um eine Burg zu formen. Zinnen mussten er, ein Turm und danach kamen die Schneebälle dran. So viele wie möglich musste er bereit haben für den Schneekampf!
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